Mandala

wpid-Foto-2011-06-18-17-04.jpg

Um sich zu entspannen und die Konzentration zu stärken, können viele Dinge unternommen werden. Angeblich auch, in aller Ruhe ein Mandala auszumalen.
Mandala bedeutet soviel wie Kreis oder Zentrum. Um einen deutlich ruhenden Mittelpunkt sind Formen und Muster angebracht. Mandalas seien Heilmittel für die Seele sowie die Verschmelzung von Körper Geist und Seele, wobei man seine eigene Kreativität und die einen umschließende Wirklichkeit neu entdecken könne. Alltag und Stress seien leichter zu bewältigen, man soll ruhig werden sowie Vertrauen und Gelassenheit gewinnen. So heißt es auf free-mandala.com.
So ein Mandala hat auch Bodo Ramelow in seiner Kur für mich „mit Mühe ausgemalt“, wie er mir dazu schrieb.
Von Ruhe und Gelassenheit ist er aber noch weit entfernt, trotz Yoga, Mandala und Oppositionspräsigkeit.
Ein kleines Widerwort in gemeinsamen Sitzungen genügt. Und wenn es besonders gut läuft, dann verlässt er empört sogar den Raum. Sein Aufbrausen ist so schön vorhersehbar. Dabei gewinnt man Vertrauen und Gelassenheit. Das ist viel besser, als ein Mandala auszumalen.

Stuckrad Late Night

Wenn das Öffentlich-Rechtliche meint, mit Gebührenzahlergeldern weitere Spartenkanäle zu platzieren, vermuten manche nicht zu Unrecht einen gebührenfinanzierten Markteingriff. Dennoch: es gibt auch eine Menge sehenswertes.

Stuckrad’s Late Night auf ZDFneo zum Beispiel. Auf der Website bei zdf.de heisst es zur Sendung u.a.: „Benjamin von Stuckrad-Barre ist Gastgeber der (neuen) Late-Night-Sendung in ZDFneo. Produzent Christian Ulmen und sein ‚Frontmann‘ öffnen die Bühne im Ballhaus Rixdorf in Berlin-Neukölln für 45 Minuten ‚deutsches Theater‘, aktuellen Wochenrückblick und Talkshow. Im ersten Teil der Sendung nähert sich Stuckrad-Barre als ‚teilnehmender Beobachter‘ den großen und den unerheblichen Themen der Woche auf seine Weise: mit Lust auf Wirklichkeit und Spaß am politischen und gesellschaftlichen Betrieb unseres Landes. In der zweiten Hälfte empfängt Stuckrad-Barre einen prominenten Gast zum freundlichen, mal sachlichen, mal spielerischen Schlagabtausch. ‚Am schönsten ist es doch, sich die Welt von den Leistungsträgern unseres Landes erklären zu lassen. Jede Woche wieder‘, sagt Stuckrad-Barre.“

Diese Talkshow hat was. Schick, schnell, verschwitzt, politisch, witzig, arrogant, cool.

Übrigens: Schick war Bodo Ramelow bei seinem Auftritt im Februar nicht. Auch nicht witzig, dafür arg angefressen. Okay, immerhin, er war eingeladen. Aber mit diesem schwarzen filzigen Sakko wollte er es mit Stuckrad-Barre aufnehmen und eine offene Rechnung begleichen? Grenzenloses fremdschämen blieb uns trotzdem erspart, denn der LINKE Ex-MdB trat wenigstens nicht in seinem ewigen sehr hellen Sommeranzug auf.

Hellmuth Karasek erinnerte mit seiner Lesung aus dem Online-Tagebuch des Ex-MP-Kandidaten was diesem völlig abgegangen ist: statt Opposition lieber Yoga, statt Haushaltsberatung im Parlament lieber Mandalas ausmalen.

Dagegen beweist Benjamin von Stuckrad-Barre jedenfalls was geht, wenn einem der eigene Job noch Spaß macht. Er ist nicht nur lesenswert, sondern auch im Fernsehen sehenswert.

Mehr auf http://neo.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,8169032,00.html und immer Donnerstags auf ZDFneo um 22:30 Uhr und als Podcast feed://www.zdf.de/ZDFmediathek/podcast/1297808?view=podcast.