International Airport

Anzeigetafel

„Im Grunde genommen starten Sie am Hauptbahnhof Ihren Flug.“ Mit diesem legendären Satz begründete der frühere Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sein Engagement für eine Transrapidstrecke vom Hauptbahnhof zum Flughafen. Nun hat Stoiber seine eigene Aussage in einem Video mit Stromberg parodiert. Gezeigt wurde der Clip bei einer Preisverleihung in Frankfurt und macht natürlich im Internet seine Runde.
Parodiert wird die ganze Geschichte auch in Thüringen. In Erfurt kann man auch, natürlich nicht in zehn Minuten, im Grunde genommen am Hauptbahnhof seinen Flug starten. Die Strassenbahnlinie 4 fährt direkt zum eben erst umbenannten Flughafen Erfurt – Weimar. Nur dann staunt der fröhliche Reiselustige. Während an jeden Terminal in der Welt den Fluggast sofort das Fernweh ergreift und in Sekundenschnelle an der Abflugtafel neue Flüge angezeigt werden, schläft man am International Airport Erfurt – Weimar eher ein, als das sich etwas an der Abfluganzeige bewegt.
Verzweifelte Erfurter Grünen-Stadträte lassen sich angesichts des enormen Besucheraufkommens durch die Strassenbahngäste nun zu neuen Ideen hinreissen und wollen auf dem 324 ha großen Flughafengelände einen Solarpark errichten. Nebst den schon 200 Millionen geflossenen Fördermitteln und künftigen Subventionen für den Solarstromerzeuger dürfte es der dann weltweit einzige Internationale Solarflughafenpark Erfurt – Weimar direkt auf Platz eins des Schwarzbuches des Steuerzahlerbundes schaffen.
Wahrscheinlich ist damit auch ein erster Ansatz für die Initiative der Thüringer Ministerpräsidentin gefunden, die das Jahr 2012 auch zur weiteren Internationalisierung Thüringen nutzen will. Wenn schon keine Internationalen Gäste mehr am Flughafen in Erfurt starten und landen können, vielleicht finden wenigstens die Zugvögel in Erfurt-Bindersleben dann ein neues kurzzeitiges Zuhause.

Das U im Buvo

Bundesvorstand. Sozusagen im Bug auf der ersten Etage, in der einem Schiff animierten Bundesgeschäftsstelle, eröffnet sich der Raum, in dem die Entscheidungen des Präsidiums repetiert werden. An einem sich weit öffnenden U gleich, dürfen die an den Tischen sitzen, die gewählt und qua Amt kooptiert sind. Dahinter sitzen – gefühlsmäßig – mindestens genau so viele Mitarbeiter aus der Bundesgeschäftsstelle.
Aber wo setzt man sich hin als neu gewähltes Mitglied? Innen, außen, gar vorn? Ich hab nach meiner Wahl im November Bernhard Vogel gefragt. Die Antwort war einfach: innen, auf der rechten Seite, bei den Vereinigungen und nah bei Rheinland-Pfalz. Da wir Thüringer zu dritt sind, hab ich mich von nun an zwischen Dagmar Schipanski und Christine Lieberknecht gesetzt.
Wenn die Kanzlerin kommt und mit ihr die Fotografen und die, die am wichtigsten sein mögen, dann läuft sie rechts außenherum nach vorn und grüßt – sehr freundlich – alle jene die da innen und außen sitzen. Und so komme ich, wie wahrscheinlich schon alle Thüringer vor mir im Buvo in den Genuss der Kanzlerhand und einer wirklich persönlichen Begrüßung.
Das stimmt sanftmütig, vorallem wenn anschließend je nach Stimmungslage, alle Atomkraftwerke stillgelegt, weitere Hilfen für Griechenland erklärt, die Maastricht-Kritierien umgangen, die Wehrpflicht abgeschafft, die Libyen -Enthaltung des liberalen Außenministers diskutiert oder demnächst über das Kooperationsverbot in der Bildung gesprochen wird. Wenn nach den Berichten die Diskussion beginnt, wird ein kleines Mittagessen gereicht. Irgendwie nUetzlich.