Spieth’s Piaggio

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Er ist weg. Endlich. Jeden Morgen musste ich mir das ansehen.
Frank Spieth lächelte alle in der Tiefgarage des Landtages an, die dort ihr Autos parken dürfen. Bis jetzt, obwohl er seinen letzten Kampf um ein Bundestagsmandat verloren hat. So wackelig wie seine Chancen damals überhaupt waren noch einmal auf die Berliner Bühne zurückzukehren, so wackelig ist auch das dreirädrige Gefährt von dessen Rückseite das alte Wahlplakat prangt. In seinen Ursprungsjahren von den Italienern liebevoll „Apelino“ getauft, stand ein solcher Piaggio Ape nun einsam in der Tiefgarage des Thüringer Landtages.

Nur wem gehört denn dieser Wahlkampftransporter?

Besitzt der Beworbene das Auto, lächelt hoffentlich nicht nur der Kandidat auf dem Plakat, sondern auch der Hüter der Landeskasse, ob der Parkgebühren, denn Landtagsmitglied ist er jedenfalls nicht. Sofern nicht Volkseigentum, kann der Ape auch der Linkspartei selbst gehören, doch auch dann bleibt fraglich, was dann das Mobil im Landtag verloren hat. Ist gar die Linksfraktion stolzer Eigentümer, muss diese erklären, warum mit Steuerzahlergeld Bundestagswahlkampf finanziert wurde.

Die Landtagspräsidentin musste das prüfen. Aber bis dahin verstaubte Spieth’s Piaggio in der Landtagstiefgarage wie so manche Idee der Linken im Allgemeinen.

Nachtrag: Der Viertakter gehört nun dem Vernehmen nach einer Abgeordneten der Linksfraktion. Zumindest hat sie das Auto erst gewendet und dann umgeparkt, nervte mit dem Gefährt nun den neuen Tiefgaragennachbarn Wolfgang Fiedler.

Fast hätte es Frank Spieth geschafft eine ganze Wahlperiode gegen eine Tiefgaragenwand zu lächeln.