Freiheit

Peccatum mortiferum. Todsünde. Im Katechismus der Katholischen Kirche werden so die besonders schwerwiegenden Sünden bezeichnet. Als Steigerung der Todsünde gilt die „himmelschreiende Sünde“, die „lässliche Sünde“ dagegen als minderschweres Vergehen. Die Sieben Hauptsünden sind beachtlich: Hochmut, Neid, Zorn, Trägheit, Habgier, Völlerei und Wollust.
Himmelschreiend der Mauerbau, der sich in dieser Woche zum fünfzigsten Mal jährt. Die mediale Aufmerksamkeit in diesen Tagen dazu ist enorm wider dem Vergessen wichtig. Die Toten an der Mauer, der innerdeutschen Grenze und an den Grenzen der sogenannten Bruderstaaten sind für immer stumme Zeugen einer Diktatur, die die Waffen gegen das eigene Volk gerichtet hat, bis das Volk selbst das Tor zur Freiheit weit aufgestoßen und die Mauer nieder gerissen hat.
Überall in den jungen Ländern haben die Menschen ihre wieder gewonnene Freiheit genutzt und beherzt angepackt, von Neuem angefangen, aufgebaut, enteignetes und herunter gewirtschaftetes Eigentum wieder zum Blühen gebracht. Und auch die Gewählten in den Rathäusern, Landratsämtern und Ministerien haben dazu Großes geleistet. Fehler blieben dabei nicht aus, sei es aus fehlender Erfahrung, falscher Einrede oder grenzenlosen Optimismus.
Aber wer verschreibt sich heute dem Schutz dieser Freiheit? Der politischen Freiheit verschreiben sich alle demokratischen Parteien. Das steht außer Frage. Der persönlichen Freiheit Schutz zu gewähren ist eine Aufgabe aller. Derer, die die Gesetze machen, jener, die die Daten schützen sollen und all derer, die allzu leichtfertig mit ihren Daten umgehen. Mielke und seine Stasikonsorten hätten ihre helle Freude an dem, was unsere Zeitgenossen an digitalem Fingerabdruck freiwillig hinterlassen. Der wirtschaftlichen Freiheit Raum zu geben ist dagegen eindeutig Aufgabe der Politik. Kaum eine Gelegenheit wird ausgelassen, um sie einzuschränken. Durch Vergaberegelungen, durch überbordende Schuldenpolitik, aber auch durch eine brisante Mischung aus immer neuen Abgaben, Steuern und Beitragspflichten einerseits und immer neuen Sozialleistungen, Subventionen und Lenkungseingriffen für Betroffenenlobbys, Unternehmen und Branchen andererseits, wie Roland Tichy gerade in der Wirtschaftswoche schrieb. Deshalb müssen wir uns tagtäglich daran erinnern, dass jede Einschränkung der Freiheit gut begründet werden muss und jede Freiheit immer wieder zugleich auch Verantwortung bedingt.
Was heisst das konkret in Thüringen. Wenn wir wollen, dass die Erben der Mauerbauer, die uns auch eine marode Wirtschaft und eine verseuchte Umwelt hinterlassen haben, nicht an der Spitze des Protestes marschieren, weil nun endlich Straßen saniert und Abwassernetze in Ordnung gebracht werden, müssen wir darauf achten, das die neue Eigentümergeneration durch neue Beitragspflichten nicht über die Maßen belastet und in ihrer wirtschaftlichen Freiheit eingeschränkt wird. Deshalb bedarf es weiterer Investitionen mit Augenmaß und keiner regionalen Überregulierung von eh schon überregulierten europäischen Normen. Wir sind dabei auf gutem Weg und uns trägt die Gewissheit: die Verursacher der zu sanierenden Zustände dürfen protestieren, unwürdige Stasispitzel im Landtag sitzen und Papstgegner demonstrieren. Das ermöglicht auch ihnen Demokratie und Freiheit. Aber für himmelschreiende Unfreiheit bleibt kein Raum mehr. Gott sei Dank.

Hoffnung

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Die 14 Stationen des Kreuzweges Jesu erinnern an dessen Leiden. Vierzehn monumentale Skulpturen markieren auf dem ehemaligen Todesstreifen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen auch die alte Grenze zwischen Freiheit und Unfreiheit. Die Assoziation an den biblischen Kreuzweg ist gewollt und war eine Idee der Point Alpha Stiftung. In den letzten Jahren schuf die Stiftung ein Kunstprojekt, den „Weg der Hoffnung“ als Kunstwerk, Mahnmal und Anstoß. Deswegen stand auch in diesem Jahr Point Alpha wieder im Mittelpunkt unserer Pfingstwanderung.
Spätestens die XII. Station erinnert unweigerlich an gegenwärtige Thüringer Politik. Verzweiflung. Man hofft, dass den Minister, der sich auch für Kunst und Kultur verantwortlich zeichnet, der Heilige Geist erfüllt. So vieles ist zerbrochen. Das Verhältnis zu den Lehrern und Eltern bei der zähen Debatte um eine unnötige Schulordnungsreform. Jenes zur wichtigen Klassik-Stiftung und ihres wieder gewählten Präsidenten. Das Vertrauen in die Diskursfähigkeit eines Politikers, der eine Diskussion um gute Bildungspolitik einseitig für beendet erklärt. Ist das der Geist Willy Brandt’s, der „Mehr Demokratie wagen!“ in den Schoß sozialdemokratischer Politik gelegt hat? Das soll der im Herbst 2009 von ihm angekündigte neue Stil in der Thüringer Landespolitik sein?
So vieles ist ungelöst. Der neue Hochschulpakt muss verhandelt, die Theater- und Orchesterfinanzierung geklärt und endlich die Stelle für den neuen Rabbiner der Jüdischen Landesgemeinde gesichert und zugleich der Landeshaushalt konsolidert werden. Für dies alles ist der Minister des Schwarz-Roten Thüringer Kabinetts zuständig.

Die CDU weiss, das sie ihm die Koalition zu verdanken hat. Aber was bleibt, wenn der Politiker ein anständiger Mensch, der Mensch aber ein Minister mit Scheuklappen ist. Es ist zum verzweifeln. Doch wie heisst die XIV. Station des Kreuzweges im so genannten Fulda Gap: Hoffnung.

Mohringen ?

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Neues aus Mohringen?

Moringen gibt es wirklich. Gleich an der A7 im niedersächsischen Landkreis Northeim. Nur eben ohne >H<. Aber das kann entscheidend sein, wie schon ein Blick in das Periodensystem der Elemente verrät. Dort steht es als Elementsymbol für Wasserstoff.

Dieses Element ist nicht nur entscheidender Bestandteil des lebenswichtigen H2O, sondern ist auch äußerst energiegeladen – wenn auch zuweilen explosiv. Zudem gilt es als Antrieb der Zukunft und wird für die Stromerzeugung in Brennstoffzellen und als Raketentreibstoff verwendet.

Das >H< macht Moringen erst zu Mohringen. Aber wo liegt Mohringen? Was soll Mohringen? Es ein Gedanke, eine Idee. Es ist ein Ort, an dem ich mich wohlfühle. Auf jeden Fall ein Ort in Thüringen. Vielleicht ist es der idealtypische Ort im Freistaat. Mit mehr Heimat. Mehr Freiheit. Mehr Bürgerlichkeit. Weniger Links. Meinungsstark und Zukunftsorientiert.

Dieser Blog wird dazu einen Einblick geben. Politisch. Streitbar. Authentisch. Und in jedem Fall aus Mohringen ;-)