Permanent

Im Dezember 2003 hat die erste Regierung von Dieter Althaus die Rahmenleitlinie Permanent als Leitfaden der Personalentwicklung in Thüringen veröffentlicht. Erstmals wurden die Eckpunkte der Personalentwicklung für die gesamte Landesverwaltung formuliert. Ein langfristig angelegter Prozess wurde damit für ein modernes Personalmanagement angelegt. Das ist insofern interessant, weil Permanent in seiner Weiterleitung als Permanenz eine Dauerhaftigkeit bezeichnet, bei der etwas in seinem Zustand verharrt und diesen nicht ändert.
Diese Definition haben sich wohl die aktuellen Akteure sehr zu Herzen genommen. Im vergangenen Jahr würde über die Überarbeitung eben jener Rahmenleitlinie Permanent gesprochen wurde. Dazu hat selbstverständlich kurz vor Jahresende eine Arbeitsgruppe getagt. Und danach: nie wieder. So macht natürlich ein auf Dauer angelegter Prozess auch Sinn, wem Veränderung droht, der geht sich lieber aus dem Weg und schließt die Augen.
Die Augen einmal aufgemacht, sieht man auch den großen Druck der auf dem Thüringer Landeshaushalt, aber auch auf den Beschäftigten im öffentlichen Dienst lastet. Thüringen verliert mehr als ein Viertel seiner Einnahmen auf Dauer und kann mitnichten mit Personalreduzierung diese Einnahmeverluste nicht kompensieren. Und doch sind diese Maßnahmen unvermeidbar, damit die Ausgaben nicht zusätzlich über die Maßen belastet werden, denn die Personalkostenquote wächst allein durch die Reduzierung des Haushaltsvolumen auf weit über 30 Prozent an, Pensionslasten und Tarifsteigerungen nicht mit eingerechnet. Thüringen muss deshalb mittelfristig sein Landespersonal auf 40.000 Bedienstete mindern, ohne zu entlassen und trotzdem die Beschäftigten motivieren und zudem Einstellungskorridore für die besten Absolventen sichern. Wer im öffentlichen Dienst in Thüringen mit Thüringer Steuergeld ausgebildet wird und zu den Besten seines Jahrganges gehört, sollte eine Übernahmegarantie für eine Vollzeitstelle bekommen.
Das gelingt aber nur, wenn Personalentwicklung als Ganzes begriffen wird und Haushaltskonsolidierung nicht gegen Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung, Personalführungsverantwortung nicht gegen Motivation und politische Verantwortung für Thüringen nicht gegen Populismus gestellt wird. 40.000 Landesbedienstete im Jahr 2020 in Thüringen vergleicht sich mit den anderen Bundesländern West im Jahr 2011 und deren Quote von Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu Tausend Einwohnern. Aber auch in diesen Ländern wird bist zum Ende des Jahrzehnts der Personalabbau nicht ausgesetzt und in Thüringen die negative demografische Entwicklung nicht gestoppt. Was bleibt ist die Erkenntnis: Personalentwicklung bleibt ein langfristiger Prozess. Permanent.

4 Gedanken zu „Permanent

  1. Gut, dass es noch mehr im Netz zu finden gibt. Für Entzugserscheinung empfehle ich den Facebook-Account und die diversen Homepages mike-mohring.de und cdu-landtag.de etc.
    Aber Dank für Ihr Interesse :-)

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